Kilometer-Könige der Herzen: Elf km Freiheit bis zum Zwenkauer See
Nach einem gemütlichen Frühstück in unserem Heim auf Rädern hieß es: Motor an, Abenteuer voraus! Nun ja, wir haben es nicht ganz zum „Kilometer-Fresser des Tages“ geschafft, denn unsere Reise endete bereits nach sportlichen elf Kilometern. An der Ostmole in Zwenkau gefiel es uns so gut, dass wir spontan beschlossen: Die „Kätter“ bleibt heute hier!

Maritimes Flair für einen schmalen Taler
Der Stellplatz an der Ostmole ist ein echter Geheimtipp für Sparfüchse und Seeliebhaber zugleich. Für kleines Geld bekommt man großzügige Parzellen direkt am Wasser. Die moderne Anlage punktet mit einer top Infrastruktur (Strom, Ver- und Entsorgung), während man gemütlich den Blick über die Segelboote schweifen lassen kann. Dank der zentralen Lage am Kap Zwenkau ist man zudem in nur wenigen Schritten mitten im maritimen Geschehen.
Kalorien-Management und Badehose
Mittags kehrten wir in einem Restaurant direkt auf der Seeterrasse ein. Es gab den Klassiker: Würstchen mit Kartoffelsalat. Ein Genuss, der natürlich nach Konsequenzen schrie. Um die Kalorien wieder in die Flucht zu schlagen, stürzten wir uns später mutig zum Schwimmen in die Fluten.

Vom Bergbau-Schmuddel zum Badeparadies
Dabei ist der Zwenkauer See viel mehr als nur eine Erfrischung – er ist ein beeindruckendes Symbol für den Wandel der Region. Wo wir heute entspannt paddeln, befand sich früher der Tagebau Zwenkau, aus dem über Jahrzehnte Braunkohle gefördert wurde. Nach der Stilllegung 1999 dauerte es bis 2015, bis der See seinen endgültigen Wasserstand erreichte. Heute ist er das größte Gewässer im südlichen Leipziger Neuseenland und ein echter Gewinn an Lebensqualität.

Kunst statt Nikotin: Der Automat der guten Laune

Abends schlenderten wir entspannt an den Booten entlang und genossen die Hafenatmosphäre. Ein Highlight am Wegesrand zog uns besonders in den Bann: Ein umgebauter alter Zigarettenautomat, der nun als Kunstautomat Karriere macht.
Karin war sofort verliebt! Statt einer Schachtel „Lungen-Torpedos“ spuckt das Gerät gegen ein paar Euro ein kleines, handgemaltes Unikat samt Infos über die entsprechenden Künstler aus. Eine geniale Idee, die definitiv süchtig macht, aber wesentlich gesünder ist als Rauchen. Unser frisch gezogenes Kunstwerk zierte ab sofort das Interieur unserer „Kätter“.

Lotterleben und Seelenbaumeln
Den Tag ließen wir ganz klassisch am Kastenwagen ausklingen. Auf dem Speiseplan standen Hörnchennudeln mit Tomatensoße und ein frischer Salat. Einfach, ehrlich und mit Blick auf den Sonnenuntergang über dem Hafen schmeckt es sowieso am besten.





Klarschiff vor der Abfahrt: Technik-Check in Zwenkau
Bevor wir am nächsten Morgen die Segel strichen und Kurs auf Leipzig nahmen, stand für die „Kätter“ noch ein wenig „Housekeeping“ auf dem Programm. Ein schöner Stellplatz wie der an der Ostmole ist die perfekte Gelegenheit, um das System wieder auf Null zu setzen: Wir haben fachgerecht unser Grau- und Schwarzwasser entsorgt, damit wir wieder befreit weiterziehen konnten.
In Sachen Energie sind wir zum Glück ziemlich autark unterwegs. Da wir bislang nur Geräte nutzen, die mit 12 Volt betrieben werden, geht uns so schnell nicht das Licht aus. Unser Setup besteht aus:
- Zwei Aufbau-Batterien (AGM) mit jeweils 95 Ah für den Wohnbereich.
- Einer Starter-Batterie (AGM) mit ebenfalls 95 Ah.
Damit diese Kapazitäten auch optimal genutzt werden, ist in unserer Kätter ein Ladebooster verbaut. Für alle Nicht-Techniker: Das ist ein cleveres Gerät, das sicherstellt, dass die Aufbaubatterien während der Fahrt mit dem idealen Ladestrom versorgt werden. Sobald die Starterbatterie vorne voll ist, leitet der Booster die Energie effizient nach hinten weiter. Da wir relativ viel fahren, sind unsere Speicher also fast immer randvoll – ein beruhigendes Gefühl!
Unser Fazit zu Zwenkau
Manchmal sind es gerade die ungeplanten, kurzen Etappen, die im Gedächtnis bleiben. Zwenkau hat uns gezeigt, wie schön man aus alten Industriebrachen neue Oasen schaffen kann. Wer Überraschungen, Wasser und entspanntes Hafenflair mag, sollte hier definitiv den Anker werfen.
Jetzt seid ihr dran: Seid ihr auf euren Touren eher die „Meilenfresser“, die erst Ruhe geben, wenn der Tank leer ist, oder lasst ihr euch auch so gerne wie wir von einem schönen Fleckchen Erde schon nach ein paar Kilometern stoppen? Schreibt es gerne in die Kommentare!


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