Cairndow & Butter Bridge: Ein historischer Stellplatz im Herzen der Highlands

15. September 2025 – gegen Abend

Nachdem wir die romantischen Ruinen der Sweetheart Abbey und das trutzige Abbot’s House hinter uns gelassen hatten, führte uns unser Weg an diesem Septembertag tiefer in die Highlands.

Traditionelle schottische Fish and Chips in Zeitungspapier, serviert als Reiseproviant während eines Roadtrips am Loch Lomond.

Ohne Mampf, kein Kampf: Mit einer duftenden Portion Fish & Chips vom Loch Lomond im Magen steuerten wir ein Ziel an, das Geschichte und Natur auf einzigartige Weise verbindet: die Region rund um Cairndow.


Die Butter Bridge: Ein steinerner Zeitzeuge in Glen Kinglas

Wenn man die A83 in Richtung Westen beidreht, offenbart sich in Glen Kinglas ein architektonisches Juwel, das man leicht übersehen könnte: die historische Butter Bridge. Diese einbogige Brücke aus robustem Bruchsteinmauerwerk wurde um 1749 als Teil der Old Military Road erbaut, um die wichtige Verbindung zwischen Dumbarton und Inveraray zu sichern. Unter der Leitung von Major William Caulfeild errichtet, trotzt das Bauwerk nun schon seit Jahrhunderten dem rauen schottischen Wetter.

Der Name „Butter Bridge“ verleiht dem Ort eine fast märchenhafte Note. Er leitet sich vermutlich vom nahegelegenen Berg Beinn Ìme ab, was übersetzt „Butterberg“ bedeutet. Einer charmanten Legende nach nutzten lokale Frauen früher den kühlen Platz unter der Brücke, um Milch zu Butter zu verarbeiten, während das Vieh auf den hohen Sommerweiden graste. Heute dient das Bauwerk glücklicherweise nur noch Fußgängern, da die moderne Straße mittlerweile direkt daneben verläuft.

Blick über die historische Butter Bridge in Glen Kinglas auf die grasbewachsenen Highlands-Berge unter einem dramatischen Wolkenhimmel in Schottland.
Die historische Butter Bridge (Baujahr 1749) in den schottischen Highlands bei Cairndow.

Der Wächter von Glen Kinglas: Mystische Gipfel über der Brücke

In der Region Argyll and Bute, unweit des berühmten Passes „Rest and Be Thankful“, ragen markante Gipfel in den schottischen Himmel. Direkt von der Butter Bridge aus dominiert der Beinn an Lochain (901 Meter) mit seinen steilen, grasbewachsenen Hängen die Aussicht. Direkt daneben thront der Beinn Ìme, mit 1.011 Metern der höchste Berg der Arrochar Alps und Namensgeber der Brücke.

Die Berge markieren hier die Wasserscheide zwischen Loch Fyne und Loch Long. Für uns bot der Parkplatz an der Brücke nicht nur den idealen Ausgangspunkt für Erkundungen, sondern auch einen hervorragenden Stellplatz für eine Übernachtung mit unserem Kastenwagen „Kätter“. Das Wetter und die Lichtverhältnisse waren zwar „semi-brillant“, aber die tief hängenden Wolken, die die Gipfel einhüllten, verliehen der Szenerie eine unverwechselbare, mystische Stimmung.

Blick auf den wolkenverhangenen Gipfel des Beinn an Lochain in Argyll and Bute, dessen steile Hänge in den schottischen Highlands in mystischen Nebel getaucht sind.

Ein gemütliches Ende und Vanlife-Stille

Wer hier anhält, spürt die Verbindung zwischen der militärischen Präzision der Vergangenheit und der ungezähmten Stille der Highlands. Nachdem wir uns am späten Nachmittag mit unseren Fish & Chips gestärkt hatten, genossen wir das sanfte Plätschern des Kinglas Water.

Besonders praktisch für alle Roadtrip-Fans: Wer wie wir autark unterwegs ist, findet auf dem Parkplatz bei der Brücke ein wunderbares Plätzchen inmitten der Natur. Es war herrlich ruhig, und die frische Bergluft war genau das Richtige nach der langen Fahrt. Ein perfekter Ort, um die Eindrücke des Tages Revue passieren zu lassen, bevor man am nächsten Morgen vom Blick auf die „Munros“ geweckt wird.


Mein Fazit: Ein Tag voller Kontraste

Vom sanften Rauschen des Water of Ae über die romantische Stille der Sweetheart Abbey bis hin zu unserer Nacht an der geschichtsträchtigen Butter Bridge – dieser Tag hat gezeigt, wie facettenreich Schottland ist. Es sind oft die ungeplanten Momente, wie der Abstecher zum trutzigen Abbot’s House oder die neblige Stimmung am „Butterberg“, die eine Reise unvergesslich machen. Diese Ecke von Dumfries and Galloway und Argyll and Bute bleibt definitiv in bester Erinnerung.

Jetzt bist du dran!

Welcher dieser Orte würde dich am meisten reizen? Bist du eher der Typ für mystische Ruinen oder zieht es dich mit dem Camper in die einsamen Weiten der Berge?

Schreib es mir unten in die Kommentare – ich freue mich auf deine Geschichten und Tipps!


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