Waldgeflüster statt Fernweh: Unser „Großstadtdschungel“ in Baiersbronn
Warum in die Ferne schweifen, wenn das Thermometer glüht und das Glück (oder zumindest die nächste Tanne) direkt vor der Haustür liegt? Anfang Juli hieß es bei uns: Spontaneität schlägt Reiseplanung! Also haben wir die „Kätter“ gesattelt und sind Richtung Freudenstadt gedüst. Der Plan? Irgendwo Wasser finden – die Erzgrube vielleicht? Oder ein anderes kühles Fleckchen.

Gelandet sind wir schließlich in der herrlich schattigen Kühle eines Wanderparkplatzes bei Baiersbronn. Wer jetzt denkt, wir hätten dort in einsamer Stille meditiert, der kennt den Schwarzwald nicht!
Social Media auf Schwarzwälderisch
Ruhe? Von wegen! Kaum stand der Motor still, tauchte die erste „Waldfee“ mit Körbchen auf. Ziel: Heidelbeeren. Ergebnis: Ein herzlicher einstündiger Plausch über Gott und die Welt, bevor sie im Unterholz verschwand. Kaum war die Dame weg, radelte ein Mountainbiker heran – und zack, ging der soziale Austausch in die nächste Runde. Wer braucht schon Instagram und Facebook, wenn man einen Wanderparkplatz hat?
Um selbst mal in Bewegung zu kommen, spazierten wir los und genossen den Logenblick auf das berühmte Hotel Traube Tonbach. Aber ehrlich gesagt? Die kleinen Dinge waren viel spannender:
- Krabbelkäfer im Rückwärtsgang,
- ein wilder Grünstreifen, der vor Schmetterlingen fast vibrierte,
- der Duftmix der Sträucher, frischem Harz, trockenem Moos, den braunen Nadelteppichen, Kräutern und Beeren,
- und bunte Blumen-Farbkleckse, die jeden Designer-Garten blass aussehen lassen.
Die Heidelbeer-Saga geht weiter
Zurück an der „Kätter“ trafen wir – Überraschung! – unsere Heidelbeersammlerin wieder. Die Beute war reichlich, ein Kuchen bereits in Planung. Und was macht man da? Richtig, man quasselt noch eine Stunde! Das Faszinierende: Für ein Kaltgetränk oder zum Hinsetzen hatte die gute Frau absolut keine Zeit, aber das „Schwätzle“ im Stehen ging immer.
Gourmet-Küche und Kauz-Konzerte
Als die Dame schließlich von dannen zog, meldeten sich unsere Mägen lautstark zu Wort. In der Outdoor-Küche brutzelten wir eine bunte Gemüsepfanne, die so richtig nach Sommer schmeckte. Den Abend ließen wir bei ein paar rasanten Runden Kniffel ausklingen (man munkelt, Ingo hat beim Würfeln nachgeholfen, aber wir lassen das mal so stehen).
Später sagten sich nur noch Fuchs und Hase – und vielleicht auch Wolf und Luchs – vor der „Kätter“ gute Nacht. Zumindest behauptete das der Waldkauz, der uns mit seinem Rufen in den Schlaf sang. Wuff hatte mittlerweile Einzug in unsere Kätter gehalten und bestätigte dies. Aber das mit Wuff und seinen drei Freunden ist eine andere Geschichte.
Unser Fazit: Wenn man im Schwarzwald wohnt, ist der Urlaub nur eine Kurve entfernt. Manchmal braucht man kein Meer, sondern einfach nur ein schattiges Plätzchen und ein paar nette Leut’!
Was für ein Wochenende! Von Schmetterlingen bis zum Kniffel-Krimi war alles dabei. Was war euer schönstes Erlebnis „direkt vor der Haustür“? Hinterlasst uns gerne einen Kommentar und erzählt uns davon. Wir sind jetzt erst mal weg – die nächste Gemüsepfanne plant sich schließlich nicht von allein!
Herzliche Grüße, Karin & Ingo


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