Leipzig: Von „geheimen“ Parkplätzen und City-Vibes
Nach dem technischen Boxenstopp in Zwenkau war es Zeit für den nächsten Kontrast. Nur eine kurze Fahrt trennte uns von Leipzig, einer Stadt, die vor Energie und Geschichte nur so strotzt.
Die erste Herausforderung in einer Metropole ist für Kastenwagen-Besitzer ja immer die Suche nach dem passenden Ankerplatz. Wir hatten einmal mehr das Glück auf unserer Seite und fanden einen äußerst praktischen, zentrumsnahen Parkplatz. Sagen wir es mal so: Er lag strategisch günstig im Schatten eines großen Baumarktes – ein perfekter (und diskreter) Ausgangspunkt, um die Stadt zu erobern, ohne sich mit der „Kätter“ durch die engsten Gassen der Altstadt quetschen zu müssen. Anstandshalber haben wir ein paar Schrauben gekauft.
Zu Fuß durch das „Klein-Paris“
Von dort aus machten wir uns auf, Leipzig zu erkunden. Es ist faszinierend, wie diese Stadt den Spagat zwischen prachtvoller Historie und moderner Coolness schafft. Wir schlenderten durch die berühmten Passagen, bewunderten das Alte Rathaus und ließen uns einfach treiben. Schnell wurde uns auf der Erkundungstour klar: Leipzig ist wie ein guter Schichtkuchen – überall gibt es neue, spannende Lagen zu entdecken!
Industrie-Chic und klare Kante: Leipzigs bunte Seiten

Unser Weg führte uns zuerst am Industriepalast vorbei. Das Prachtstück wurde um 1913 als modernes Etagen-Industriehaus errichtet und war damals ein echtes Symbol für Leipzigs Aufstieg zur Handelsmetropole. Heute wohnen dort Leute wahrscheinlich schöner (und teurer), als wir es uns vorstellen können – ein Paradebeispiel für gelungene Umnutzung!
Unterwegs grüßten uns die kultigen Ost-Ampelmännchen und eine große trotzige Regenbogenfahne. Trotz politischer Querschüsse lässt sich Leipzig seine Buntheit nicht nehmen – ein Statement, das wir gerne im Vorbeigehen mitgenommen haben.

Gleis-Glanz: Shoppen im Monumental-Bahnhof
Dann standen wir vor den Promenaden im Hauptbahnhof. Wusstet ihr, dass er bei seiner Eröffnung 1915 als einer der größten Kopfbahnhöfe Europas galt? Mit seinen zwei identischen Eingangshallen sieht er heute noch so monumental aus wie damals, nur dass man dort seit 1997 zwischen Gleis und Geschichte auch hervorragend shoppen kann.


Von Pelzbaronen und alten Festungsmauern
Über die Nikolaistraße schlenderten wir zum Burgplatz. Wo heute beeindruckende Gebäude stehen, thronte früher die alte Pleißenburg, die Ende des 19. Jahrhunderts dem Neuen Rathaus weichen musste. Direkt daneben bewunderten wir das Seltershaus: 1908 für den Pelzhändler Max Selters gebaut, erinnert es mit seiner Kalksteinfassade an die Zeit, als Leipzig die Welthauptstadt des Pelzhandels war.





Gänsehaut bei Bach: Ein Date mit der Ewigkeit
Natürlich durften die Klassiker nicht fehlen: Die Alte Nikolaischule (gegründet 1512!) sah schon Richard Wagner als Schüler – und uns als staunende Touristen. Danach ging es weiter zur Thomaskirche, dem „Wohnzimmer“ von Johann Sebastian Bach.
Hier passierte das Unglaubliche: Es war purer Zufall, aber wir besuchten das Grab und die Wirkungsstätte des Meisters exakt an seinem 275. Todestag (er verstarb am 28. Juli 1750). In der Kirche wird er heute mit einem prachtvollen Buntglasfenster geehrt – ein würdiger Rahmen für einen der größten Komponisten aller Zeiten.
Man muss sich das einmal vorstellen: Bach wirkte hier 27 Jahre lang als Thomaskantor. In dieser Zeit und in diesen Mauern entstanden musikalische Weltwunder wie die monumentale Matthäus-Passion, das Weihnachtsoratorium und unzählige seiner Kantaten. Wenn man dort steht, wo diese Klänge zum ersten Mal die Luft erfüllten, spürt man die Geschichte förmlich atmen. Für uns war es ein Moment zum Innehalten, bevor uns das lebendige Leipzig wieder einholte.





Abkühlung zwischen Elefanten und prunkvollen Höfen
Nach so viel Kultur war Zeit für das „Projekt Abkühlung“: Eine Tüte Eis musste her! Frisch gestärkt schlenderten wir durch die berühmten Leipziger Passagen. Dieses System aus Durchgangshöfen war früher dazu da, die Waren trocken zu halten und den Kutschenstau in den Gassen zu verhindern. Heute sind sie einfach nur architektonische Schmuckstücke. Ein kurzer Blick aufs Kaffeehaus Riquet durfte auch nicht fehlen – mit den zwei Elefantenköpfen über der Tür ist es seit 1908 ein exotischer Hingucker.




Barock-Perlen und Ingos grüne Oase
Vorbei an der Alten Handelsbörse (dem ältesten Barockbau der Stadt, der wirklich mächtig was her macht) ging es zur Marktgalerie. Während ich noch Architektur bewunderte, entdeckte Ingo sein ganz persönliches Highlight: Eine grüne Oase mit Liegestuhl! Er zögerte nicht lange – Foto an, Entspannung an.


Ein Prost auf Goethe und ab zu Banksy
Zum krönenden Abschluss eines klassischen Leipzig-Tages grüßten wir die Faust-Skulpturen vor Auerbachs Keller in der Mädler Passage. Goethe wäre stolz auf uns gewesen.







Dann waren wir auf dem Weg zur Banksy-Ausstellung – Zeitgeschichte trifft Streetart. Bleibt dran, die Bilder dazu folgen im nächsten Post!
Jetzt seid ihr dran! Habt ihr Leipzig auch schon mal unsicher gemacht oder habt ihr Fragen zu unserer Tour? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!
Mein Leipzig-Fazit: Eine Stadt mit Seele
Leipzig hat uns vom ersten Moment an mit seiner Energie angesteckt. Ob es die monumentale Architektur des Industriepalasts war, die ehrwürdige Stille in der Thomaskirche oder einfach das bunte Treiben in den Passagen – die Stadt schafft es, ihre reiche Handelsgeschichte mit einer herrlich unangepassten Modernität zu verbinden.
Aber Moment, das war noch nicht alles! Nachdem wir die klassische Pracht Leipzigs aufgesogen hatten, wartete ein krasser Kontrast auf uns: Von der Barock-Börse direkt hinein in die Welt der geheimen Botschaften und Sprühdosen. Seid gespannt auf den nächsten Beitrag, wenn wir euch mit in die Ausstellung des Streetart-Phantoms Banksy nehmen. Das wird bunt, politisch und absolut faszinierend!
Jetzt seid ihr dran!
Wie gefällt euch Leipzig? Seid ihr eher der Typ für die klassischen Sehenswürdigkeiten wie die Thomaskirche oder zieht es euch auch eher in die gemütlichen Ecken der Passagen?
Schreibt es mir unten in die Kommentare – ich freue mich auf eure Erlebnisse und Tipps!


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