Aller guten Dinge sind zwei!
Am 7. Juni durfte unser Kastenwagen „Kätter“ endlich wieder zeigen, was in ihm steckt. Vom Schwarzwald aus steuerten wir das Markgräflerland an – eine Region, die für ihre sanften Hügel und natürlich den hervorragenden Wein bekannt ist. Unser Ziel entschieden wir spontan vor Ort: Heitersheim.
Ein unmoralisches Angebot beim Winzer
In Heitersheim angekommen, fanden wir ein Plätzchen, das man kaum als „Stellplatz“ bezeichnen kann. Wir standen beim Winzer, quasi mit den Reifen direkt im Weinberg. Die Preisverhandlung war kurz und schmerzlos: Wir sollten für die Übernachtung eine Flasche Wein kaufen (es wurden drei). Was soll ich sagen? Wir sind Menschen mit Prinzipien, also haben wir diesen harten Deal natürlich zähneknirschend (und mit einem Korkenzieher in der Hand) akzeptiert. Belohnt wurden wir mit einer dramatischen Wolkenkulisse, die zwar nach Regen aussah, uns aber trocken ließ und stattdessen einen Sonnenuntergang servierte, der den Himmel in die wildesten Farben tunkte.



Der Hochblauen: Aussicht mit Adrenalin-Garantie (und ein bisschen Steinzeit)
Wenn man im Markgräflerland unterwegs ist, kommt man an ihm nicht vorbei: Der Blauen (oder Hochblauen für die, die es gern dramatisch mögen). Mit seinen satten 1165,4 Metern spielt er den Türsteher am Westrand des Südschwarzwalds und lässt jeden wissen: „Ich bin hier der Boss!“
Der Gipfel ist ein echtes diplomatisches Meisterwerk. Er liegt genau dort, wo sich Schliengen, Malsburg-Marzell und Badenweiler die Hand geben. Man könnte also sagen: Wenn man oben einmal ungeschickt stolpert, landet man theoretisch in einem anderen Landkreis.
Granitbeißer und Gneiss-Typen
Für die Geologie-Fans unter euch: Der Kern des Berges besteht aus Malsburggranit – also echtes Hardcore-Material aus dem Unterkarbon. Aber weil der Blauen gerne eine schicke Mütze trägt, besteht der Gipfel selbst aus Gneis.
Die Auffahrt: Nichts für schwache Nerven
Von Badenweiler aus sind es nur drei Kilometer bis zum Gipfel. Klingt wenig? Wartet ab, bis ihr die Fahrstraße seht. Während sich der Kastenwagen die Serpentinen hochkämpft, fragt man sich kurzzeitig, ob man eigentlich einen Camper oder eine Bergziege fährt.
Oben angekommen, wird man belohnt:
- Aussicht: Gigantisch. Das Markgräflerland liegt euch (zumindest ohne Nebel) zu Füßen wie ein Teppich.
- Wetter: Der Berg ist ein echter Regenmagnet (sag ich doch). Der Wald reicht fast bis ganz nach oben, was bedeutet: Es ist grün, es ist frisch und meistens weht eine Brise, die selbst die hartnäckigste Frisur ruiniert.
Auf dem Hoch Blauen erlebt man bei gutem Wetter sogar den Blick bis zu den Alpen und den Vogesen – aber dass dieser neblige Moment (wie auf deinem Foto) eine ganz eigene, stille Magie hatte, die man so nur selten erlebt.


Unser Fazit für Kastenwagen-Kapitäne
Der Hochblauen ist der perfekte Ort, um mal so richtig „über den Dingen“ zu stehen. Wer die Kurven bändigt, wird mit einem Panorama belohnt, das selbst den stressigsten Montag vergessen lässt. Aber Vorsicht beim Aussteigen: Der Wind da oben nimmt euch gern mal die Mütze (oder die Schiebetür) ab!
Ich sage mal so: „Kätter“ hat die holprige Auf- und Abfahrt mit Bravour gemeistert, auch wenn wir oben ordentlich durchgepustet wurden. Der Wind da oben meinte es etwas zu gut mit uns, sodass wir unser Mittagessen kurzerhand ins gemütliche Innere unseres Vans verlegten. Das ist eben der Luxus eines Kastenwagens: Die beste Aussicht genießen, während man drinnen im Windschatten entspannt schlemmen kann.
Kultur pur in Müllheim
Frisch gestärkt ging es weiter nach Müllheim ins Museum. Wer denkt, Heimatmuseen seien staubig, irrt gewaltig! Von frühzeitlichen Funden über prachtvolles Mobiliar aus „Anno dazumal“ bis hin zu moderner Kunst war alles dabei. Besonders spannend fanden wir die Anekdoten rund um das berühmte Gemälde der „Kartenspieler“ aus der Revolutionszeit 1848 – da bekommt Geschichte plötzlich ein Gesicht. Auch dem großen Johann Peter Hebel wurde hier ein würdiges Denkmal gesetzt.










Endspurt
Nach so viel Input brauchten wir wieder etwas Ruhe. Und wie lässt man einen Tag im Markgräflerland am besten ausklingen? Richtig, bei einem Winzer. In Schliengen fanden wir unser Nachtquartier und stießen in der Gartenlaube des Weinbauern auf einen gelungenen zweiten Trip an.
„Kätter“, das machen wir mal wieder!



Fazit
„Dieses Wochenende hat uns mal wieder gezeigt, dass man gar nicht weit weg muss, um echte Abenteuer zu erleben. Das Markgräflerland hat uns mit offenen Armen (und offenen Weinflaschen) empfangen. 🥂
Jetzt seid ihr dran: Seid ihr eher der Typ ‚Abendessen im Weinberg‘ oder zieht es euch eher in die Museen der Region? Schreibt es mir in die Kommentare – ich freue mich auf eure Tipps für unseren nächsten Trip! 👇


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