Schottland ruft: Drei Wochen, vier Räder und ganz viel Vorfreude
Lange haben wir geplant, Karten studiert, Reisevideos geschaut und die Ausrüstung optimiert – am 12. September 2025 war der Moment endlich da. Der Motor unseres Kastenwagens schnurrte und das Schwarzwalddorf blieb im Rückspiegel zurück. Vor uns lagen über drei Wochen pure Freiheit. Schottland, wir kommen! Kommt mit uns auf eine Reise voller Nebelgeister, Wasserpferde, rauer Küsten und Momente, die man so schnell nicht vergisst.
Anorak statt Bikini: „Kätter“ wird schottlandtauglich
Die Aufregung und Vorfreude waren riesig! Zu den Vorbereitungen gehörte es, unseren Kastenwagen „Kätter“ einmal komplett umzukrempeln. Badeklamotten hatten dieses Mal keine Chance; sie wurden konsequent gegen Anorak, Mütze und Schal ausgetauscht. Sogar die Gummistiefel mussten mit, und eine einfache Waschwanne wurde kurzerhand zum neuen Hauptquartier für schmutzige Schuhe auserkoren – ein echtes Top-Gadget für Camper, wie sich noch zeigen sollte.
Während das Zubehör für die Markise zu Hause bleiben durfte, hatte ich (Karin) ein ganz besonderes Extra vorbereitet: selbstgenähte, warme Vorhänge für die Hecktüren. Schließlich sollte Ingo nachts nicht erfrieren. Und dann wäre da noch die Sache mit der nächtlichen Logistik: Da meine Blase mittlerweile eine recht exklusive Beziehung zu unserem Badezimmer pflegt und nachts gerne mehrmals zum ‚Gipfeltreffen‘ lädt, wurde Ingo strategisch an den Hecktüren geparkt. So habe ich freie Bahn und er muss nicht jedes Mal als menschliche Hürde herhalten, wenn ich im Halbschlaf Richtung Örtchen wandle. Nicht lachen – bei uns Frauen Ü50 ist die Blase eben manchmal der heimliche Reiseleiter! Man wird eben nicht jünger, und weil ‚Kalt-Sein‘ für uns ab sofort keine Option mehr war, durften auch zwei kleine Wärmflaschen als unsere neuen besten Freunde mit an Bord. Man könnte sagen: Wir sind vielleicht nicht mehr die Jüngsten, aber dafür definitiv die mit den wärmsten Füßen!
Aber nicht nur Wärme war wichtig, sondern auch die Unterhaltung: Mit an Bord durften mein Dudelsack, der Practice Chanter und mein iPad. Letzteres diente sowohl als digitaler Notenständer als auch als „Glotze“ für Netflix-Abende im Kastenwagen. Während wir später Richtung Highlands düsten, übernahm unsere liebe Freundin daheim das Gießen der Pflanzen. Der Weg war frei!
Zuladung am Limit: 3,42 Tonnen Freiheit
Bevor es losging, wurde es ernst: Die Vorräte aus dem heimischen Kühlschrank zogen in den Van um. Wir nahmen nur das Nötigste mit – denn wir lieben es, vor Ort einzukaufen und regionale Spezialitäten zu entdecken.
Am Donnerstag vor der Abfahrt hieß es: Volltanken (für faire 1,52 €/Liter), Wassertanks füllen und ab auf die Waage. Das Ergebnis: 3,42 Tonnen. Bei einem Limit von 3,5 Tonnen inklusive uns beiden Fahrern war das eine echte Punktlandung. Viel Platz für Souvenirs blieb da nicht mehr!
Der Motor schnurrt: 18:15 Uhr – Abfahrt!
Der Freitag selbst war noch einmal trubelig. Ingo musste arbeiten, während ich einen Arzttermin in Freiburg wahrnehmen musste. Auch mit im Gepäck: mein treues Logbuch, in dem ich von nun an täglich jeden Kilometer und jedes Erlebnis festhalten würde. Damals ahnte ich noch nicht, dass irgendwann dieser Blog entstehen würde.
Um Punkt 18:15 Uhr war es dann so weit. Der Tacho stand auf 3889 km, als wir endlich Richtung Norden rollten. Unser Ziel: So weit kommen wie möglich! Die Euphorie trug uns immerhin 380 Kilometer weit, bis wir in der Nähe von Sinzig über unsere App unser erstes Nachtquartier fanden. Dass der Stellplatz mitten in einem Wohngebiet lag, war uns in diesem Moment völlig egal – wir waren platt, aber glücklich. Die Reise hatte endlich begonnen.
Unser Fazit zum Aufbruch
Der erste Schritt ist getan – oder besser gesagt: Die ersten 380 Kilometer sind auf der Uhr! Auch wenn der erste Stellplatz in Sinzig weniger nach Highland-Idylle und mehr nach Vorstadt-Charme klang, fühlte es sich großartig an. Wir haben das Gewichtslimit fast ausgereizt, die Wärmflaschen griffbereit und den Dudelsack im Gepäck. Schottland mag rau und wild sein, aber wir sind bereit (und Ingo hoffentlich warm eingepackt an seinen Hecktüren). Die Vorfreude auf das, was hinter dem Horizont wartet, ist definitiv größer als jede Sorge um die Zuladung!
Eure Meinung zählt!
Seid ihr auch schon einmal mit dem Kastenwagen oder Wohnmobil Richtung Norden aufgebrochen? Was ist euer ultimatives „Überlebens-Gadget“ für kühlere Regionen – ist es auch die Waschwanne oder vielleicht doch die Heißwasser-Wärmflasche?
Habt ihr Tipps für unsere Route oder wollt ihr einfach wissen, ob Ingo die erste Nacht an den Hecktüren überlebt hat? Schreibt es gerne in die Kommentare!


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