Castle Skelbo: Der steinerne Wächter am Loch Fleet
Nach einer herrlich ruhigen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück in unserer Kätter hieß es: Kurs auf Castle Skelbo. Wir folgten dem Tipp unserer Freunde von der Pipeband und wurden nicht enttäuscht.


Zeitreise in Sutherland: Wo das Schicksal einer Königin besiegelt wurde
Die Ruine von Castle Skelbo thront majestätisch auf einer Anhöhe am Südufer des Loch Fleet und blickt auf eine fast 800-jährige Geschichte zurück. Ursprünglich im 13. Jahrhundert als Festung erbaut, diente sie über Jahrhunderte als strategischer Sitz einflussreicher Familien wie den Sutherlands und den Duffus. Architekturfans erkennen heute noch die Reste des massiven Wohnturms, der typisch für den schottischen Burgenbau jener Zeit ist.

Besonders historisch bedeutsam ist Castle Skelbo, da hier im Jahr 1290 englische Gesandte die traurige Nachricht vom Tod der jungen Königin Margarete von Schottland, der „Maid of Norway“, empfingen. Obwohl heute nur noch trutzige Mauern stehen, lässt die Anlage die einstige Wehrhaftigkeit der Region Sutherland erahnen. Der Ausblick von den Ruinen über das Wasser ist schlichtweg atemberaubend und macht die Burg zu einem echten Geheimtipp abseits der großen Touristenströme.
Logenplatz bei den Robben: Das Timing der Gezeiten
Von dem Küstenweg unterhalb der Burg hat man einen hervorragenden Blick auf die Sandbänke bei Dornoch. Seehunde sind wahre Genießer und richten ihren Tagesablauf streng nach den Gezeiten: In dieser Region von Sutherland ziehen sie sich bei auflaufender Flut auf die Sandbänke zurück, um zu dösen.

John und die anderen hatten uns den Tipp gegeben, dass wir ab 9:15 Uhr (kurz nach Niedrigwasser an diesem Tag) Glück haben sollten – und sie hatten recht! Mit Fernglas und Fernrohr bewaffnet, beobachteten wir die Robben in respektvoller Entfernung. Besonders Ingo hatte riesigen Spaß daran, die Tiere beim Sonnenbaden zu studieren. Aber nicht nur die Robben waren aktiv: Zahlreiche Seevögel kreisten über uns und immer wieder stieß einer herab, um sich einen silbernen Fisch als Beute zu sichern. Ein herrlicher Sonntagmorgen mit Kaiserwetter und ein paar netten Einheimischen, die für einen kleinen Plausch vorbeikamen.

Kastenwagen-Drama: Panzertape rettet den Urlaub
Leider gab es auch einen kleinen Schockmoment: Wir stellten fest, dass sich der Fensterrahmen der Schiebetür an unserer Kätter löste. Wer einen Kastenwagen fährt, weiß: Damit die Tür wirklich ins Schloss fällt, braucht es oft einen ordentlichen „Wumms“. Das macht uns zwar regelmäßig zum akustischen Grauen jedes Campingplatzes (zum Glück stehen wir dort eher selten!), aber für den Rahmen war die Belastung wohl zu viel. Oder es lag an der Montage.
Kurzerhand wurde die ultimative Geheimwaffe jedes Campers gezückt: Panzertape. Wir klebten den Rahmen so gut es eben ging fest. Ein klassisches Provisorium, bis sich zu Hause die Werkstatt darum kümmern kann – ein Hoch auf die laufende Garantie!



Interessanterweise scheinen die Fensterrahmen beim Knaus-Ausbau eine echte Schwachstelle zu sein, denn auch zwei von drei Dachfenstern zeigten ähnliche Ermüdungserscheinungen. Schade, denn mit dem restlichen Ausbau sind wir eigentlich total zufrieden. Aber hey, ein bisschen Schwund ist immer, und solange das Tape hält, geht die Fahrt weiter!
Als nächstes Ziel stand ein echter Prachtbau auf dem Plan: Dunrobin Castle. Aber dazu mehr im nächsten Beitrag.
Fazit: Ruine, Robben und rucklige Rahmen
Ein Vormittag wie aus dem Bilderbuch: Erst die geschichtsträchtige Ruine von Castle Skelbo, dann das meditative Beobachten der Seehunde in der Septembersonne. Auch wenn unsere Kätter eine kleine „Schönheitsoperation“ mit Panzertape brauchte, konnte das unsere Laune nicht trüben. Sutherland zeigt sich von seiner gastfreundlichsten und sonnigsten Seite!
Ab in die Kommentare!
- Habt ihr auch schon mal Seehunde in freier Wildbahn beobachtet? Wo war euer bester Spot?
- Und Hand aufs Herz: Welches Teil an eurem Camper habt ihr schon mal mit Panzertape oder Kabelbindern „verarztet“, um den Urlaub zu retten?
Schreibt es uns unten in die Kommentare – wir sind gespannt auf eure Reparatur-Hacks!


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