Wenn das Universum „Eiszeit“ sagt

Eigentlich war der Plan für Silvester perfekt: Wir waren seit zwei Monaten bei lieben Freunden in Gengenbach eingeladen. Doch das Universum hatte andere Pläne und schickte statt Raketen eine fette Grippewelle los. Party abgesagt, Gastgeber im Viren-Modus.

Und nun? In munterer „Was-kostet-die-Welt“-Laune fragte ich in einer regionalen Facebook-Gruppe: „Was treibt ihr so? Wo kann man spontan aufschlagen?“

Die Rettung kam prompt von Rosi und Tilo (*Namen geändert): „Habt ihr nicht Lust, nach Bad Dürrheim zu kommen?“ Na klar! Man muss wohl ein bisschen verrückt sein, um am Silvesterabend alles umzuplanen, aber das ist bei uns ja ohnehin der Normalzustand. Also wurde Kastenwagen „Kätter“ startklar gemacht, die Getränkevorräte verstaut und die gute Laune eingepackt.

Damit es nach der Feier auch schön gemütlich wird, hatten wir strategisch vorgearbeitet: Bei den angekündigten minus acht Grad Außentemperatur hatten wir den Van schon am Vorabend auf fünf Grad „vorgeglüht“ und beim Verlassen des Stellplatzes die Heizung auf kuschelige 19 Grad programmiert. Soweit die Theorie.

Vier muntere Camper und ein letztes warmes Lächeln, bevor Kätter zur mobilen Tiefkühltruhe mutierte.

Nach einem wunderbaren, gesprächsintensiven Abend mit unseren neuen Freunden und einem mega leckeren Essen (fettes Lob an Küchenchef Tilo) machten wir uns – sagen wir mal: mit leichter Schräglage – auf den gewaltigen „Heimweg“ von 100 Metern zu unserem Parkplatz.


Jetzt wird es richtig cool

Die Ernüchterung beim Öffnen der Schiebetür: Statt der versprochenen 19 Grad empfingen uns knackige zwei Grad. Die Heizung war im Streik? Ingo prüfte die Leitungen, wozu er beide Hecktüren öffnete und Sibirien Einzug in die Kätter erhielt. Hastiger Check auch bei Google: „Die Gasflasche hasst die Kälte?“ und der Allwissende meinte, ja – bei der Kälte könnten die Leitungen Probleme machen. AHA! Als dann auch noch das Thermometer über der Spüle vor der Kälte kapitulierte, wurde uns klar: Das wird kein Schlaf, das wird ein Frost-Experiment.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schläft es sich im Van – zumindest für uns – gar nicht. Überhaupt nicht. Nach einer wirklich „coolen“ (und damit meine ich arschkalten) Nacht traten wir am Morgen schlotternd die Heimreise an. Endlich wieder Wärme!

Das große Rätselraten: Warum hat die Technik versagt? Am nächsten Tag besorgte ich im Campingshop meines Vertrauens in Freiburg einen Füllstandsanzeiger für Gasflaschen. Die Analyse zu Hause war dann so simpel wie schmerzhaft: Es lag nicht an der Kälte in den Leitungen. Es war schlichtweg… gähnende Leere in beiden Flaschen. Rosi meinte später nur: „Das passiert euch jedenfalls nicht mehr“.


Unser Fazit für den nächsten Roadtrip:

Ist kein Gas in der Flasche, wird die Nacht ’ne coole Sache“.

Tja, was soll ich sagen? Man lernt nie aus – und manchmal eben auf die harte (oder kalte) Tour. Rosi hat natürlich recht: Den Füllstand werden wir so schnell nicht mehr ignorieren! Aber genau das macht das Vanlife doch aus, oder? Die Geschichten, die man eigentlich gar nicht erleben wollte, über die man aber später am lautesten lacht.

Jetzt seid ihr dran: Was war euer größter ‚Hoppla-Moment‘ im Camper? Seid ihr auch schon mal mitten in der Nacht unfreiwillig auf Eiszeit-Modus umgestiegen oder hat euch die Technik ganz anders einen Streich gespielt? Schreibt es mir in die Kommentare – ich brauche dringend ein bisschen Trost von Leidensgenossen! 👇



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