Wurst-Traditionen und Franken-Perlen: Unser Stopp in Jena
Nach dem spektakulären Naumburg hieß unser nächstes Ziel: Jena. Doch wir hatten eine ganz klare Mission. Keine ausschweifenden Stadtbesichtigungen, keine Experimente. Wir waren „brav“ und hielten uns an den Plan: Einkehren im Goethepark und – essenziell für das Überleben zu Hause – echte Thüringer Würste kaufen.
Die Sache mit dem Trinkgeld


Der Freitagabend begann also kulinarisch hervorragend. Das Restaurant im Goethepark bot uns einen vorzüglichen Schmaus. Doch als Ingo, ganz nach seiner großzügigen Art, der Bedienung ein ordentliches Trinkgeld zustecken wollte, passierte das Überraschende.
„Aus Tradition nehmen wir hier im Haus kein Trinkgeld an“, erklärte die Dame lächelnd und lehnte dankend ab.
Ein ‚Bonbon‘ für den guten Service? Fehlanzeige. Diese konsequente Trinkgeld-Verweigerung war ein kurioser Moment, der uns fast mehr beeindruckte als die Stadt selbst. Jena machte es uns ehrlich gesagt schwer: Gegen den historischen Glanz von Naumburg hat der Mix aus DDR-Beton und kühlem Hightech-Flair einen schweren Stand. Man müsste die Stadt wohl erst mühsam ‚entpellen‘, um ihren Kern als Wissenschaftsstandort zu lieben – uns fehlte nach dem Anblick der Plattenbauten schlicht die Lust auf eine nähere Erkundung.

Party-Nacht in Milda und Wurstdepot
Unser Übernachtungsplatz im Teilort Milda war leider auch kein Volltreffer. Kaum standen wir, dröhnte die Musik einer nahen Party zu uns herüber. Nun ja, mit den Bässen im Ohr schläft es sich… interessant.
Dafür entschädigte der nächste Morgen: Der Besuch beim Metzger Wohlgezogen. Wenn sich die Einheimischen in einem winzigen Laden drängeln, weiß man, dass die Qualität stimmt. Wir deckten uns mit einem kleinen Berg an Thüringer Würsten ein. Zwei Paar wanderten direkt in die Kühlung, um später in der Pfanne zu landen. Der Rest wurde für die Heimat sicher im Gefrierfach verstaut.

Kurs Südwest: Miltenberg überrascht
Mit vollem Kühlschrank verließen wir die Region mit den Muschelkalkhängen (okay, die könnte man erkunden) entlang der Saale und weiter ging es über die Autobahn Richtung Südwesten. Das Radio hatte uns neugierig gemacht: Miltenberg am Main sei völlig unterschätzt und definitiv eine Reise wert. Da die unterfränkische Burgstadt quasi auf unserem Heimweg lag (nur schlappe 300 km von Jena entfernt), wagten wir den Abstecher. Außerdem brachten wir ein gutes Wegstück hinter uns.
Gegen 17:30 Uhr rollten wir ein und trauten unseren Augen kaum: Der kostenlose Stellplatz direkt am Main, die Innenstadt über fünf Minuten Fußweg erreichbar, einmal über die Straße. Die Lage war unschlagbar.
Manchmal muss man einfach auf das Radio hören. Miltenberg scheint uns jetzt schon recht zu geben – aber dazu im nächsten Beitrag mehr!
Unser Fazit: Zwischen Beton und Bratwurst
Jena hat uns eines gelehrt: Man sollte eine Stadt nie nur nach ihrer Fassade beurteilen – auch wenn die Fassade hier zugegebenermaßen viel Sichtbeton bietet. Kulinarisch war der Stopp ein voller Erfolg, und die kuriose Erfahrung mit dem „Trinkgeld-Verbot“ wird uns sicher noch lange als Anekdote dienen. Manchmal sind es genau diese schrägen, unerwarteten Momente, die einen Roadtrip erst richtig würzen.
Dennoch: Der Kontrast zu Miltenberg hätte kaum größer sein können. Während wir Jena erst „entpellen“ müssten, hat uns die Perle am Main sofort mit ihrem Fachwerk-Charme umarmt. Es lohnt sich eben doch, spontan auf das Radio zu hören und neue Wege einzuschlagen.

Wie seht ihr das?
Wart ihr schon einmal in Jena und habt die Stadt vielleicht ganz anders erlebt als wir? Habt ihr Tipps für Ecken, die wir beim nächsten Mal unbedingt „entpellen“ sollten? Oder kennt ihr andere Orte, an denen Trinkgeld plötzlich zur Nebensache wird?
Schreibt es mir in die Kommentare – ich bin gespannt auf eure Erfahrungen und Tipps!

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