Projekt Lebensfreude: Warum wir jetzt (oft) im Kasten wohnen

Hallo ihr Lieben!

Machen wir uns nichts vor: Die letzten Jahre haben uns nicht nur ordentlich durchgeschüttelt, sie haben uns einmal komplett durch den Schleudergang gejagt. Nach dem harten Kampf gegen den Brustkrebs, den fiesen Nebenwirkungen und einer Zeit, in der Ingo vermutlich öfter die Luft anhalten musste als ein Perlentaucher, standen wir im Frühling 2025 am Scheideweg.
Die Frage war nicht länger: „Wie überstehen wir das?“, sondern: „Wie bringen wir das Leben dazu, uns wieder so richtig anzulachen?“

Die Antwort ist hellgrau, hat vier Räder, hört auf den Namen „Kätter“ und ist das wahrscheinlich einzige Auto der Welt, das durch eine Vision entstanden ist.

Das Kastenwagen-Orakel

Tatsächlich war unser Fiat Ducato (ein schicker Knaus-Ausbau) ein echter Traumwagen – und zwar im wörtlichen Sinne. Nachdem wir uns durch einen Dschungel aus Grundrissen, Polsterbezügen und Modellen bei den Händlern gewühlt hatten, erschien „Kätter“ Karin im Schlaf.

Der Dialog am nächsten Morgen war kurz und schmerzlos:

„Schatz, ich habe von genau dem Kastenwagen aus Freiburg geträumt. Ich habe im Geist schon unsere Socken sortiert und die Deko verteilt.“

☝️Wir haben mit der „Kätter“ sozusagen unser Traumauto gefunden ♥.

Gegen ein so präzises Orakel kommt kein Finanzplan der Welt an. Also haben wir gerechnet, genickt und bestellt. Vor Pfingsten war es so weit: Wir haben Kätter von unserem Händler in Freiburg im Breisgau abgeholt und sind seitdem offiziell unter die „Vagabunden auf Zeit“ gegangen.

Das Leben schüttelt uns jetzt zwar immer noch – aber diesmal nur, weil die Landstraßen Schlaglöcher haben. Und das sind genau die Art von Abenteuer, die wir jetzt brauchen!


Mount Everest im Wohnzimmer und das Tüten-Abenteuer

Endlich war es so weit: „Kätter“ war bereit zur Invasion!

Wochenlang hatte man in unserem Wohnzimmer ein Phänomen beobachtet, das Geologen vor Rätsel gestellt hätte: Ein massives Gebirge aus Ausrüstung, hilfreichen Gadgets und Makramee-Deko wuchs unaufhaltsam in Richtung Decke. Der Mount Everest der Camping-Ausrüstung, er existierte direkt neben vor und auf unserem Sofa.

Dabei gab es eine eiserne Regel: Die Ästhetik gewinnt. Da Kätter innen in edlem Beige, Weiß und Holzoptik daherkommt, hatte Karin das farbliche Kommando. Jedes Teil – vom Teller bis zum Handtuch – musste den „Harmonie-Check“ bestehen. Wer nicht ins Farbschema passte, flog raus. Wildes Camping? Gerne. Wilder Farbmix? Niemals!

Schließlich schleppten wir alles zum Wagen:

  • Küchenutensilien, die wir zu Hause nie benutzen, aber im Van „überlebenswichtig“ sind (ich sag nur Oma-Kaffeefilter).
  • Kuschelkissen für die maximale Gemütlichkeit.
  • Und natürlich die heilige „Garage“ unter dem Bett, die jetzt so sortiert ist, dass selbst ein Schweizer Uhrmacher stolz wäre. Dort sind mitunter auch buntere Farben erlaubt. (Die roten Körbe gibt es nicht mehr).

Das eigentliche Highlight (und unser größter Nervenkitzel): Die Trenntoilette. Wir haben uns für das Flexaport-System entschieden. Das bedeutet: Das erste Mal im Leben ist das „Geschäft“ ein echtes Abenteuer. Wer hätte gedacht, dass man im Jahr 2025 mit so viel Spannung über einer Plastiktüte sitzt? Diese Lösung verhilft uns auf den Touren zu Autarkie.

Jetzt hat alles Notwendige seinen Platz, die Deko sitzt und wir sind bereit. Kätter ist kein Kastenwagen mehr – sie ist eine rollende Wohnung (nur mit spannenderer Sanitärtechnik). Wir lieben es. Trotz dem Mega-Haufen aus dem Wohnzimmer führen wir einen –>

Minimalismus auf Rädern – oder: Das 3,5-Tonnen-Dilemma

Trotz des Mount Everest an Ausrüstung haben wir eine neue Liebe entdeckt: den radikalen Minimalismus. Wenn man auf sechs Metern Länge wohnt, lernt man schnell: Wer mehr als zwei Teller besitzt, hat eigentlich schon eine Großküche.

Unser neues Leben folgt ab sofort der „Regel der Zwei“: Zwei Teller, zwei Müslischalen, zwei Gläser, zwei Gabeln… Wer uns besucht, steht vor einer kulinarischen Herausforderung – oder muss eben seinen eigenen Hausstand unter den Arm klemmen. Aber unter Campern ist das ohnehin Ehrensache: Man besucht sich nicht nur, man bringt sein Gedeck gleich mit. Und falls alle Stricke reißen? Dann wird der gute Rotwein eben stilecht aus der Kaffeetasse geschlürft. In der Freiheit ist schließlich alles erlaubt, was schmeckt!

Das Beste am Minimalismus auf wenig Quadratmetern? Man kann beim Kochen quasi stehen bleiben und erreicht trotzdem alles – vom Salzstreuer, über die Taschenlampe bis hin zur Kuschel-Decke – mit einem lässigen Handgriff. Ergonomie wird im Kastenwagen völlig neu definiert.

Doch hinter dieser neuen Bescheidenheit steckt auch ein knallharter Gegner: Die 3,5-Tonnen-Marke. In der Welt der Kastenwagen ist das zulässige Gesamtgewicht das Gesetz. Inklusive Diesel, Wasser, Makramee-Deko und Passagieren darf die Waage nicht meckern. Das bedeutet für uns:

  1. Jedes Gramm zählt. Unsere Klappstühle von Crespo sind mit 3,6 kg so leicht, dass man aufpassen muss, dass sie bei einer kräftigen Brise nicht ohne uns verreisen.
  2. Sogar unser Beistelltisch von Styyl ist ein kleines Ingenieurswunder: Rund, magnetisch, superstabil und trotzdem ein Leichtgewicht mit 1,3 kg für die gemütlichen Abende vor der offenen Schiebetür.
  3. Und die härteste Konsequenz: Ich (Karin) habe beschlossen, dass ich beim Abspecken helfen muss. Wenn das Zubehör schon auf Diät ist, kann ich ja schlecht das Gegenteil tun. Ingo schaut schon ganz genau, ob das dritte Stück Schokolade das Gesamtgewicht gefährdet!

Es ist ein herrlich verrücktes Spiel: Wir sparen am Gewicht, aber wir sparen nicht am Genuss. Kätter ist vielleicht gewichtslimitiert, aber unsere Vorfreude ist definitiv schwerelos.

Hurra! 80 kg haben wir noch Luft nach oben.

Und jetzt Hand aufs Herz: Wie viel „Mount Everest“ schleppt ihr mit euch herum?

Hattet ihr beim ersten Packen auch das Gefühl, euer halbes Haus einziehen zu lassen? Oder seid ihr schon Profis in der „Regel der Zwei“? Schreibt uns in die Kommentare, welches (vielleicht völlig unnötige) Gadget bei euch auf keinen Fall fehlen darf – wir sind gespannt auf eure Geschichten! 👇


8 Antworten zu „2025 – Mit Vollgas in ein neues Leben starten“

  1. Avatar von Louis
    Louis

    Test Kommentar von Kind.
    Super der Text

    1. Avatar von admin

      Vielen lieben Dank. Das freut uns. 🫠

  2. Avatar von Georg u. Andrea
    Georg u. Andrea

    Ja das kennen wir auch, man nimmt immer Dinge mit, die man vllt. braucht.

    1. Avatar von admin

      Zum Glück sind wir damit nicht alleine und anderen geht es auch so 🫠😂

  3. Avatar von Hansi Bailer
    Hansi Bailer

    Hi Karin

    Super geschrieben.
    Wir sind gespannt auf viele, weitere Berichte.
    Schön dass ihr so eine riesige Freude mit eurer Kätter habt.
    Allzeit gute Fahrt.

    LG von der anderen Dorfseite.

    1. Avatar von admin

      Hey Hansi, das freut mich, wenn’s gefällt.
      Wir sollten uns eh mal wieder treffen. Ist schon viel zu lange her.
      Liebe Grüße und schöne Weihnachten 😘

  4. Avatar von Volker
    Volker

    Ich freu mich schon auf eure nächsten Reisen un Abenteuer!

    1. Avatar von admin

      Das freut mich, wenn’s freut.
      Der nächste Beitrag ist bereits in Bearbeitung. Ich muss noch so viel nachschreiben….

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