Autokredit-Erinnerungen und das grüne Juwel der Stadt

Kennt Ihr eigentlich die Bank Santander? Wir haben darüber mal ein Auto finanziert. Und ja, das weltberühmte Kreditinstitut hat tatsächlich genau hier seine Wurzeln! Die Banco Santander wurde 1857 als regionale Bank in dieser nordspanischen Hafenstadt gegründet, um den florierenden Handel zwischen Spanien und Lateinamerika zu finanzieren. Heute hat sie zwar Filialen auf der ganzen Welt, ist ihrer Heimat aber so treu geblieben, dass sich der offizielle Hauptsitz noch immer im historischen Stadtzentrum befindet. Ein echter Exportschlager aus Kantabrien also!

Ein Paar geht Hand in Hand von hinten zu sehen einen gepflasterten Parkweg entlang. Der Weg ist von alten, knorrigen, grünen Bäumen gesäumt, rechts schimmert das blaue Meer durch die Äste.
Bildzeile: Idylle pur: Die schattigen Rundwege auf der Halbinsel Magdalena bieten traumhafte Ausblicke auf das kantabrische Meer und laden zum Entspannen ein.

An diesem 25. Mai wollten wir uns die geschichtsträchtige Stadt an der kantabrischen Küste endlich selbst anschauen. Die Sonne brannte schon vormittags ordentlich vom Himmel, als wir einen recht großen Parkplatz ansteuerten. Unten am Strand tummelten sich bereits etliche Menschen im Sand oder suchten Abkühlung im Atlantik, während die Kinder ausgelassen spielten. Ingo und ich spazierten gemütlich an der Strandpromenade entlang in Richtung der berühmten Halbinsel Magdalena.


Auf den Spuren der Könige: Die Halbinsel Magdalena

Die Península de la Magdalena ist das absolute grüne Juwel von Santander und erstreckt sich über rund 25 Hektar direkt an der Küste. Das unübersehbare Highlight auf der Spitze ist der prachtvolle Palacio de la Magdalena, der Anfang des 20. Jahrhunderts als Sommerresidenz für den spanischen König Alfons XIII. erbaut wurde. Heute ist der Palast im Besitz der Stadt, dient als Tagungszentrum und gehört zu den meistfotografierten Sehenswürdigkeiten in Nordspanien.


Neben der königlichen Architektur bietet der weitläufige Park auch einen kleinen, kostenlosen Open-Air-Zoo, in dem man Seelöwen, Pinguine und Robben beobachten kann. Von den Klippen aus hat man zudem einen spektakulären Panoramablick auf den rauen Atlantik und die Bucht von Santander. Ein wunderschöner Pinienwald lädt zum Verweilen im Schatten ein und macht die Halbinsel zu einem beliebten Naherholungsgebiet für Einheimische und Touristen gleichermaßen.


Die Halbinsel Magdalena und die Sache mit der Bimmelbahn

Kennt Ihr eigentlich diese kleinen Bimmelbahnen, in die sich Touristen setzen, um von A nach B kutschiert zu werden, während Infos aus den Wegwerf-Ohrstöpseln mit leisem Rauschen in die Ohren bröseln? Einen solchen Mini-Zug gibt es auch hier auf der Magdalena-Insel. Kurz gesagt: Wir haben es ausprobiert, aber es rechnet sich nicht wirklich. Wir fuhren bis zum Palacio de la Magdalena und bummelten von dort gemütlich zu Fuß zurück.

Schließlich nahmen wir den Linienbus in die Innenstadt. Dort genossen wir erst einmal ein fantastisches, leckeres Essen in einem Restaurant direkt unterhalb der bekannten Kathedrale von Santander.


Kultur-Unterricht und römische Thermen unter Glas: Die Kathedrale von Santander

Die Catedral de Nuestra Señora de la Asunción ist ein beeindruckendes, historisches Bauwerk, das im Kern aus dem 12. bis 14. Jahrhundert stammt und im gotischen Stil erbaut wurde. Besonders faszinierend ist der zweistöckige Aufbau, bestehend aus der oberen Hauptkirche und der darunter liegenden, älteren Krypta, der Iglesia del Cristo.

Wer hier hinabsteigt, begibt sich auf eine echte Zeitreise: Unter dicken Glasplatten im Boden kann man die archäologischen Fundamente römischer Wohnhäuser und Teile einer antiken Thermenanlage bestaunen. Obwohl die Kathedrale beim verheerenden großen Brand von Santander im Jahr 1941 schwer beschädigt wurde, konnte sie in den Folgejahren originalgetreu und liebevoll wieder aufgebaut werden. Der wunderschöne, schattige Kreuzgang lädt heute zu einem Moment der Stille und Besinnung ein.

Kathedralen sind einfach etwas Tolles – vor allem an heißen Tagen, um ein wenig herunterzukühlen – und so schauten wir uns die uralten Mauern gerne etwas intensiver an. Schade war nur, dass im Inneren ein absolutes Foto- und Filmverbot herrschte. Aber auch von außen bot die monumentale Architektur mehr als genug aussagekräftige Motive für unsere Kameras.


Vanlife-Alltag in Nordspanien: Schieflagen beim Parken und nächtliches Bellen

Schließlich machten wir uns mit dem Bus auf den Rückweg zu unserer Kätter. Wir fühlten uns nach den vielen Kilometern und Eindrücken verdammt platt, aber das obligatorische Abenteuer der Stellplatzsuche mit dem Camper stand uns ja erst noch bevor.

Silhouetten von Gräsern und wilden Trockenblumen im Vordergrund vor einem weiten Blick auf das ruhige Meer bei Sonnenuntergang. Am Horizont leuchtet der Himmel in warmem Orange und geht nach oben in ein tiefes Blau mit sanften Wolkenschleiern über. Links zeichnet sich die dunkle Silhouette einer Steilküste ab.
Magischer Moment am Morgen: Wenn die letzten Sonnenstrahlen die Küste in warmes Licht tauchen.

Wir fuhren die malerische Küste entlang und steuerten den Deba Viewpoint an, wo wir eigentlich die Nacht verbringen wollten. Der Ausblick auf das Meer war zwar gigantisch, aber der Untergrund leider viel zu schief – und auf einem reinen Parkplatz ist das Auffahren auf Keile ja bekanntermaßen nicht erlaubt. Nach einer Weile war uns der Platz doch zu schief zum Schlafen. Also hieß es für uns: Weiter geht die Fahrt!


Am Ende landeten wir irgendwo in der absoluten Pampa zwischen Deba und Zestoa. Dort schliefen wir schließlich erschöpft ein, während ein Hund die halbe Nacht hindurch lautstark sein Revier verteidigte. Ein denkwürdiger, typischer Vanlife-Ausklang für einen ereignisreichen Tag an der nordspanischen Küste!


Ab in die Kommentare mit euren Gedanken! Habt ihr Santander auch schon auf dem Schirm gehabt oder verbindet ihr mit dem Namen bisher auch nur euren Autokredit? Teilt eure Eindrücke, Fragen oder eigenen Erlebnisse aus Kantabrien gerne hier drunter mit uns!


One response to “Roadtrip Nordspanien: Ein Tag in Santander – Highlights & echte Vanlife-Tücken”

  1. Marion Hofmockel avatar
    Marion Hofmockel

    Leider nein. Muss ich mir unbedingt mal ansehen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *