Nach unserem ausgiebigen Stadtrundgang und der Erkundung der unterirdischen Höhlenwohnungen kehrten wir erst einmal zu unserer Kätter zurück. Das Thermometer kletterte unerbittlich nach oben, und unter der spanischen Mittagssonne half nur eins: die Schiebetür auf, Schatten suchen und erst mal gemütlich vespern.
Nach dem Mittagessen stellte sich uns die fundamentale Frage: Was will man bei so einer Affenhitze auch Besseres unternehmen, als schnurstracks in die Wüste zu fahren? Richtig, absolut gar nichts! Also schmissen wir den Motor an und steuerten das absolute Kontrastprogramm zur grünen Heimat im Schwarzwald an: die Halbwüste Bardenas Reales. Dabei wurden wir beobachtet:

BARDENAS REALES: ROADMOVIE-FLAIR UND DIE GRENZEN von KÄTTER
Diese faszinierende Halbwüste im Südosten der Region Navarra erstreckt sich über eine Fläche von rund 42.000 Hektar und gehört völlig zurecht zum UNESCO-Biosphärenreservat. Die karge, fast mondähnliche Landschaft wurde über Jahrtausende durch die gnadenlose Erosion von Ton-, Kalk- und Sandstein geformt. Berühmt ist die Region vor allem für ihre bizarren Felsformationen wie den markanten, einsamen Tafelberg Castildetierra, die steil und fotogen aus der staubigen Ebene ragen.

Aufgrund der extremen, fast außerirdisch wirkenden Kulisse diente die Bardenas Reales bereits als filmische Kulisse für weltbekannte Blockbuster und Serien wie Game of Thrones – oder unsere Produktion. Natürlich haben auch wir einen Videoclip darüber gedreht. Seht selbst:
Mondlandschaft in Spanien: Faszinierende Gesteinsformationen der Bardenas Reales
Für Vanlife-Reisende, Fotografen und Content Creator ist die karge Wildnis ein absolutes Must-See-Highlight im Norden von Spanien. Da das empfindliche Ökosystem streng geschützt ist, gelten für Besucher und Fahrzeuge im Naturpark klare Regeln, um die einzigartige Natur für die Nachwelt zu bewahren. Das Fliegen von Drohnen ist allerdings verboten.

Wir navigierten also voller Vorfreude hinein in die staubige Kulisse und landeten prompt auf einer Piste, die komplett geschottert war und mit Schlaglöchern in der Größe von Badewannen (okay, das ist übertrieben) glänzte. Nach wenigen Kilometern hieß es: Kommando zurück, wir drehen um! Unsere treue Kätter ist nun mal kein hochbeiniges Allrad-Monster, und mit aller Gewalt muss die Diva auf solchen Rüttelpisten nicht unnötig leiden.
Zum Glück wies uns der Routen-Kapitän den Weg zu einer überwiegend geteerten Straße, die uns ganz materialschonend tiefer in das Naturwunder führte. Passend zum Wüsten-Feeling war es mittlerweile unglaublich heiß – das Thermometer kratzte beharrlich an den 38 °C. Obwohl wir ab und zu die kühle Klimaanlage in unserer Kätter genossen, hielt uns bei diesem Anblick nichts auf den Sitzen: Wir mussten raus! Ganz vorsichtig, um das empfindliche Ökosystem nicht zu beschädigen, kletterten wir auf einige der Hügel. Von dort oben bestaunten wir die gewaltigen Gebilde und erodierten Berge und kamen aus dem Staunen über diese skurrilen, von der Natur geformten Skulpturen gar nicht mehr heraus.

FLUCHT AUS PAMPLONA: WENN DIE GROSSSTADT ZU GROSS WIRD
Warum Pamplona für uns mit dem Camper zu wuselig war
Nachdem nicht nur wir, sondern auch die Speicherkarten mit Fotos und Videos glühten, machten wir uns schließlich an den Rückzug. Sollen wir tatsächlich noch eine Nacht auf dem – zugegeben genialen – Stellplatz in Valtierra verbringen? Ingo und ich schauten uns an, grinsten uns synchron an und das Urteil stand fest: Auf keinen Fall, lass uns als echte Nomaden weiterziehen!
Unser nächster logischer Zwischenstopp auf dem Weg nach Westen sollte eigentlich Pamplona sein. Doch als wir die Ausläufer der Stadt erreichten, checkte Ingo kurz die Lage und stellte fest: Das ist eben doch eine waschechte Großstadt. Viel zu wuselig, viel zu viel Verkehr und einfach eine Nummer zu groß und ungemütlich für uns und unseren Kastenwagen – nach diesem abwechslungsreichen Tag.
FAHRRADWEG-IDYLLE UND DIE INVASION DER FLEDERMÄUSE IN IRURTZUN
Geheimtipp Irurtzun: Stellplatz und die Fledermäuse im Eisenbahntunnel
Kurzerhand drückten wir aufs Gas und fuhren weiter bis in einen kleineren Ort: Irurtzun. Ein absoluter Glücksgriff! Hier fanden wir einen wunderbar chilligen Wohnmobilstellplatz für die Nacht, weit weg vom Trubel der Großstadt.
Um uns nach der langen Fahrerei im Cockpit noch etwas die Beine zu vertreten, spazierten wir an diesem lauen Abend ein Stück weit auf einer stillgelegten Bahnlinie, die heute als herrlicher Wander- und Radweg genutzt wird. Der Weg führte uns schnurgerade zu einem ehemaligen, finsteren Eisenbahntunnel. Und wer hat sich dort zwischenzeitlich ein neues Zuhause eingerichtet? Eine riesige Kolonie von Fledermäusen!
Was für ein genialer, skurriler Zufall – da passte Ingos frisch gebackenes Geburtstagsgeschenk, die „Geflederte Maus“ aus Frankreich, doch wie die Faust aufs Auge dazu. Zurück im Van schliefen wir wie die Engel auf Wolken und träumten bereits vom Guggenheim-Museum in Bilbao, unserem großen Etappenziel für den nächsten Tag. Morgen ist der Freitag vor Pfingsten – das nächste große Abenteuer wartet schon auf uns!
💬 Jetzt bist du dran: Ab in die Kommentare!
Wie hältst du es auf deinen Roadtrips: Bist du eher Typ „Einsame Wildnis“ oder zieht es dich mit dem Camper auch mal mitten in den Trubel von Großstädten wie Pamplona? Und welche Pisten mutest du deinem Fahrzeug zu? Schreibt es uns unbedingt unten in die Kommentare – wir freuen uns auf deine Geschichten!


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