Eins direkt vorweg: Im Guggenheim-Museum Bilbao darf man zwar für private Zwecke knipsen, für öffentliche Kanäle wie unseren Blog ist das Veröffentlichen der Bilder aber tabu. Wir müssen die Kamera also virtuell stecken lassen und können euch leider keine Beweisbilder der genialen (oder auch völlig skurrilen) Meisterwerke präsentieren, die dort aktuell die Wände schmücken. Schade eigentlich! Die Arbeiten von Jasper Johns, die Lichtinstallationen von Yayoi Kusama oder die berühmten Schätze aus der Sammlung Thannhauser hätten sich auf unserem Blog und im Feed wirklich fantastisch gemacht. So müsst ihr jetzt mit unserem Kopfkino vorliebnehmen! Wir verlinken euch aber die Künstler.

Mit dem Bilbobus stressfrei zur modernen Kunstkathedrale
Aber spulen wir noch mal kurz zurück zum Morgen. Großer Fanfarenstoß: Wir haben den lokalen Busverkehr durchschaut! Der Bus heißt hier tatsächlich Bilbobus (kein Witz!) und diesmal saßen wir auf Anhieb in der richtigen Richtung, nicht wie in Toulouse.

Es versprach, ein heißer Tag zu werden; die Sonne brutzelte bereits ordentlich auf unseren Kuschelcamper-Stellplatz. Perfektes Timing also, um in die klimatisierte Stadt hinunterzufahren und das faszinierende Guggenheim-Gebäude diesmal nicht nur von außen zu knipsen, sondern auch einen Blick auf den Inhalt zu werfen.
Zwischen Genie und Wahnsinn: Moderne Kunst im Guggenheim Bilbao verstehen
Sagen wir es, wie es ist: Manche Kunstwerke muss man vermutlich gar nicht erst versuchen zu verstehen. Aber genau das macht ja Spaß! Vor einigen Objekten blieben wir gebannt stehen, ließen die Dynamik auf uns wirken oder lasen neugierig nach, was die Künstler uns damit eigentlich sagen wollen. Einiges hat uns absolut begeistert, bei anderen Exponaten ertappt man sich beim kollektiven Kopfschütteln. Aber hey – Kunst liegt eben im Auge des Betrachters!

Draußen vor dem Eingang trafen wir auf den floralen Riesen-Welpen „Puppy“ von Jeff Koons, der gerade frisch bepflanzt wurde. Wir haben uns insgeheim gefragt, ob Jeff sich die Idee damals bei einem Ausflug auf die Insel Mainau stibitzt hat…



Monumentale Welten im Erdgeschoss: Wenn Kunst den Raum verändert
Drinnen im Erdgeschoss wartete dann das erste echte Highlight: die monumentale Galerie 104. Hier steht Richard Serras gigantische Installation The Matter of Time. Wenn man zwischen diesen über vier Meter hohen, rostigen Stahlspiralen hindurchwandert, fährt die eigene Wahrnehmung Achterbahn. Raum und Akustik verändern sich so extrem, dass alle Besucher instinktiv langsamer werden. Es herrscht eine fast sakrale Stimmung – manche fangen in den engen Windungen plötzlich an zu flüstern oder leise zu singen.
Ein Stockwerk höher, vom Balkon der zweiten Ebene, hat man einen genialen Blick aus der Vogelperspektive auf dieses endlose Skulpturen-Labyrinth. Erst von hier oben, wenn man die Menschen wie winzige Ameisen da unten herumlaufen sieht, begreift man die wahre, gigantische Dimension dieser tonnenschweren Stahlplatten. Das Gebäude selbst ist und bleibt einfach das größte Kunstwerk von allen.

Schwerelose Drähte und emotionale Landkarten aus Staub
In den oberen Etagen ging das Staunen weiter. Ingo war völlig fasziniert von Ruth Asawa. Die US-Künstlerin hat es geschafft, die mathematische Schönheit der Natur in hängenden Drahtskulpturen einzufangen – inspiriert von ihrer Kindheit auf einer Farm. Jede einzelne Schlaufe hat sie in einem meditativen Prozess von Hand geflochten. Das Ergebnis? Schwerelose, organische Gebilde, die den Raum umschließen, ohne ihn zu blockieren. Innen und Außen verschmelzen fließend – Kunst gewachsen durch pure Hingabe.

Karin verlor ihr Herz derweil an die Ausstellung Unsettling Dust von Igshaan Adams in den In-Situ-Projekträumen. Der südafrikanische Künstler bringt eine extrem physische, politische Note ins Museum. Aus dichten Webereien, Linoleumresten, Holz, Glasperlen und schweren Textilien formt er vielschichtige, dreidimensionale Landkarten aus Staub und Erinnerung. Man kann die bewegte Geschichte und die Spannungen seiner Heimatstadt Kapstadt in diesen rauen Materialien förmlich spüren.




Tunnelblick in Bilbao: Wenn die ganze Stadt zur Leinwand wird
Nach einem wohlverdienten Snack im Museumsrestaurant zogen wir wieder los – und hatten plötzlich einen totalen Tunnelblick: In der ganzen Umgebung sahen wir nur noch Formen, Linien und Farben. Es ist absolut faszinierend, wie sich das futuristische Gebäude in die Stadt einfügt und eine perfekte, fließende Symbiose aus Architektur und Bewegung bildet.





Architektur, die den Verstand raubt: Unser Video-Highlight aus Bilbao
Ein paar bewegte Eindrücke von unserem Kunst-Trip haben wir natürlich trotzdem für euch festgehalten. Hier geht’s zu unserem kurzen Video-Highlight:

Eure Meinung ist gefragt!
Wart ihr selbst schon einmal in Bilbao oder habt ein anderes Guggenheim-Museum besucht? Welche Kunstwerke lassen euch staunen und wo schüttelt ihr eher den Kopf? Schreibt es uns unbedingt unten in die Kommentare – wir freuen uns auf den Austausch mit euch!


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