Erinnert Ihr euch von unserem Spanien Roadtrip noch an den Stellplatz Kobetamendi in Bilbao? Genau. Da wollten wir definitiv nicht noch einmal übernachten, als wir am Spätnachmittag wieder bei unserer Kätter eintrudelten. Also: Motor an, Automatikschaltung auf „Go“ und ab Richtung Santander! So grob jedenfalls. Wir übernachteten auf einem Parkplatz neben quakenden Enten, duschten vor der Kätter und schliefen früh ein.

Unser Ziel für den nächsten Tag: Der Camping Virgen del Mar direkt am Atlantik. Klingt idyllisch, oder? War es auch – zumindest teilweise.


Markisen-Luxus und ein Berg Schmutzwäsche

Wir hatten ein akutes Problem an Bord: Einen riesigen Berg an Schmutzwäsche! Der Campingplatz in der Nähe von Santander hatte zum Glück einen unschlagbaren Vorteil: Eine funktionierende Waschmaschine. Diese Gelegenheit mussten wir beim Schopfe packen, und kurz darauf drehte unsere Wäsche brav ihre Runden.

Auf dem Stellplatz angekommen, gab es direkt eine kleine Premiere: Es kommt ja wirklich selten vor, dass wir die Markise an unserem Kastenwagen ausfahren können. Aber an diesem Abend passte einfach alles und der Platz war perfekt dafür. Wenig später war unsere Kätter von einem Netz aus Wäscheleinen umspannt, die wir quer zu den Bäumen gezogen hatten. Das sah absolut urkomisch aus! Unsere Klamotten baumelten herrlich im Wind und trockneten im Rekordtempo. Nur mit der ersehnten Ruhe, das war so eine Sache…


Die Wäscheleine des Grauens (und der Bässe)

Es war der Samstag vor Pfingsten – und das bedeutete wohl Ausnahmezustand. Unsere frisch gewaschene Kleidung wurde nämlich gleichzeitig von wilder Partymusik beschallt, die unbarmherzig vom Strand herüberwehte. Beach-Party oder weiß der Geier, was da im Gange war!

Ein Mann sitzt entspannt im Campingstuhl im Schatten der Markise neben einem Tarnnetz-Sichtschutz.

Ganz ehrlich? Das war so überhaupt nicht unser Ding auf unserem Spanien-Roadtrip. Aber hey, watt mutt, dat mutt. Augen zu und durch!


Strand-Romantik trifft Trash-Pop an der Atlantikküste

Um dem Trubel kurz zu entkommen, unternahmen wir später trotz allem einen Spaziergang am Strand entlang. Und der ist eigentlich wunderschön! Die raue Atlantikküste zeigt sich hier mit feinem Sand, imposanten Felsen und faszinierenden kleinen Höhlen und Einschnitten im Gestein. Sogar einige neugierige Möwen kreisten über uns und suchten nach Futter.


Strandspaziergang bei Santander: Zwischen Traumkulisse und Festival-Lärm

Akustisch untermalt wurde die Traumkulisse allerdings komplett von einem permanenten „bong-bong-bong….“. Immerhin gab es einen vollen Erfolg für meine Garderobe: Bei den fliegenden Händlern ergatterte ich zwei schicke neue Röcke. Und der Sonnenuntergang über dem Meer? Der war eigentlich Romantik pur… wäre da nicht dieser lautstarke Festival-Hintergrundsound gewesen. Was solls!


Dinner mit Dieter Bohlen: Das Highlight im Restaurant

Zum Abendessen verschlug es uns in das Restaurant des Campingplatzes. Eine Kleinigkeit essen, dachten wir. Doch auch hier entkamen wir der Beschallung nicht.

Der absolute Höhepunkt des Abends:

  • „Cheri, Cheri Lady“ von Modern Talking!
  • Und zwar ohne Übertreibung eine Viertelstunde lang.
  • Mindestens!
  • Am Stück!
  • In Dauerschleife beim Abendessen!
  • Das war der Moment, in dem wir endgültig die Flucht ergriffen.
  • Echt jetzt?

Gute Nacht aus Spanien – Ein versöhnliches Ende

Zurück bei der Kätter legten wir im Rekordtempo die mittlerweile trockene Wäsche zusammen und verkrochen uns früh in den Federn. Und was soll ich sagen? Unter der Musik schliefen wir schließlich ein. Man gewöhnt sich ja an vieles, wenn der Bass vom Strand den Takt des Herzschlags übernimmt.

Irgendwann in der Nacht verstummte die Musik dann zum Glück völlig. Die Party war vorbei, die Ruhe kehrte zurück und wir fanden doch noch einen tiefen, erholsamen Schlaf.

Wir dachten nur „Gute Nacht aus Spanien“ – beim nächsten Mal hoffentlich wieder von Anfang an mit Vogelgezwitscher statt Synthie-Pop!


Wie sieht eure camper-idylle aus? 🚐💨

Kennst Ihr diese Plätze, die eigentlich perfekt sind, bis der „DJ des Grauens“ um die Ecke kommt? Welcher Song hat dir auf Reisen schon den letzten Nerv geraubt? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar – wir freuen uns auf eure Geschichten!


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