Dunbar: Von Stahlrossen und schottischen Klängen

Nach einer Nacht im Schatten der Kelpies startete der Morgen nicht nur mit Koffein, sondern mit echtem schottischem Spirit. Wir trafen Kathryn, eine liebe Bekannte von uns, bevor wir nach Dunbar aufbrachen.

Ein Treffen mit Taktgefühl

Kathryn ist nicht nur eine Seele von Mensch, sondern auch eine begnadete Musikerin. Das Besondere: Sie hat eine Zeit lang in Deutschland gelebt und liebt es, Deutsch zu sprechen. So wurde aus dem Treffen in Falkirk eine wunderbare Mischung aus schottischer Herzlichkeit und munterem deutschem Wortwechsel.

Mit dabei war natürlich ihr treuer Begleiter Milo, der die zwei Stunden Fachsimpeln und Lachen mit stoischer Gelassenheit begleitete. Wir quatschten über gute Zeiten, die Musik und das Leben, während die Kelpies hinter uns im Morgenlicht regennass glänzten. Natürlich durfte das Erinnerungsfoto nicht fehlen – ein Schnappschuss zwischen moderner Kunst und einer besonderen Freundschaft.

Drei lächelnde Personen, Ingo, Karin und Kathryn, stehen zusammen mit dem Hund Milo vor den imposanten Kelpies-Skulpturen in Schottland. Karin trägt eine leuchtend rote Jacke, Kathryn eine lila Bauchtasche und Ingo eine dunkle Jacke und Mütze. Sie posieren auf einem gepflasterten Platz zwischen den beiden riesigen Pferdekopf-Skulpturen aus Edelstahl. Der Himmel ist bewölkt.
Karin, Kathryn mit ihrem vierbeinigen Begleiter Milo und Ingo bei den beeindruckenden Kelpies in Falkirk – ein absolutes Highlight unserer Schottland-Reise!

Der Ruf der Küste

Bevor Kathryn und Milo wieder von dannen zogen, gab es noch einen Profi-Tipp von der Expertin: „Fahrt nach Dunbar“, empfahl sie uns. „Das ist wirklich ein hübsches Fleckchen Erde und wird euch gefallen.“

Wenn eine Musikerin sagt, dass ein Ort sehenswert ist, dann meinen wir: Den muss man gesehen haben. Also, Kätter gestartet und ab Richtung Südosten.

Dunbar, wir kommen! 🚐 an der Küste entlang…


Der „Sunny Dunny“-Effekt?

Dunbar trägt den charmanten Spitznamen „Sunny Dunny“, und das völlig zu Recht. Statistisch gesehen ist es einer der sonnigsten Orte Schottlands. Nur nicht wenn wir kommen. Zwar empfing uns der Himmel nach den 53 Meilen Fahrt von den Kelpies in Falkirk eher in vornehm zurückhaltendem Grau, aber – und das ist in Schottland ein Sieg – es blieb von oben her trocken! Nach einer kurzen Plünderung des Kühlschranks auf einem zentrumsnahen Parkplatz waren unsere Lebensgeister wieder geweckt. Zeit für eine Erkundungstour durch einen Ort, der den authentischen Charme der schottischen Ostküste widerspiegelt.


John Muir in Dunbar: Auf den Spuren einer Naturschutz-Legende

„The mountains are calling and I must go“, John Muir.

Dunbar ist als Geburtsort von John Muir bekannt, der hier am 21. April 1838 geboren wurde. Im Alter von elf Jahren wanderte er mit seiner Familie in die USA aus, auf der Suche nach einem besseren Leben. John Muir wurde zu einem einflussreichen Umweltschützer und Naturschützer und gilt als Vater der amerikanischen Nationalparks. In Dunbar ist er der Held der Stadt.

Blick auf die Bronzeskulptur des jungen John Muir auf der High Street in Dunbar, Schottland. Die Statue steht auf einem Sockel aus rotem Sandstein. Muir ist in Wanderkleidung dargestellt und blickt nach oben, während sein rechter Arm ausgestreckt ist und Vögel in den Himmel entlässt. Im Hintergrund sind historische rote Sandsteingebäude, eine bunte Häuserzeile, eine Straßenlaterne und ein Gerüst zu sehen.

Zwischen Ruinen und rotem Sandstein

Dunbar ist nicht nur hübsch, sondern hat auch historisch ordentlich was auf dem Kasten. Hier sind unsere Highlights im Ort: Dunbar Castle: Direkt am Hafen thronen die dramatischen Ruinen der Burg. Früher eine der mächtigsten Festungen Schottlands, dient sie heute als exklusives Immobilien-Objekt für Möwen. Man kann förmlich spüren, wie hier früher die Kanonen donnerten, während man heute völlig friedlich sein Eis schleckt. Drei Häfen für ein Halleluja: Dunbar besitzt gleich drei Hafenbecken. Besonders der Victoria Harbour mit seinem roten Sandstein und den sanft schaukelnden Fischerbooten ist so fotogen, dass unsere Kameras fast vor Begeisterung geschmolzen wären.


Bass Rock: Ein weißer Riese im Meer

Von der Küste aus hat man einen Logenplatz auf eines der spektakulärsten Naturwunder der East Lothian: den Bass Rock. Dieser steile Felsklotz im Firth of Forth ist ein ehemaliger Vulkanschlot. Dass er strahlend weiß leuchtet, liegt jedoch nicht an ewigem Schnee, sondern am „Guano-Design“ von über 150.000 Basstölpeln (Gannets). Fun Fact: Selbst Naturfilm-Legende Sir David Attenborough bezeichnete den Bass Rock als eines der zwölf Weltwunder der Natur. Wenn tausende Vögel gleichzeitig den Felsen umkreisen, wirkt er wie eine riesige, lebendige Schneekugel. Wer ein Fernglas hat: Unbedingt einpacken! Der Anblick der Vögel, die wie kleine Sturzkampfbomber ins Meer eintauchen, ist unbezahlbar.


Die „Creel Loaders“: Eine Hommage an die Frauen der Küste

In den malerischen Gassen stößt man unweigerlich auf die beeindruckende Skulptur der „Creel Loaders“. Das Denkmal aus lokalem Sandstein erzählt eine bewegende Geschichte: Während die Männer oft monatelang auf See waren, lag das Überleben der Familien in den Händen der Frauen. Diese „Fisher Lassies“ trugen den Fang in massiven Weidenkörben (Creels) kilometerweit zu Fuß in die umliegenden Dörfer. Die Skulptur zeigt eindrucksvoll, wie der schweren Last gemeinsam begegnet wurde.

Ein magischer Statist: Auf unserem Foto hat sich eine echte Katze am Fuße des Denkmals niedergelassen. Ein fast schon mystischer Zufall – Katzen waren in Fischerdörfern schon immer die heimlichen Begleiter, stets in der Hoffnung auf einen Anteil am Fang. Es wirkt fast so, als würde sie über das Erbe ihrer Vorfahren wachen.


Camper-Quick-Check: Dunbar & Umgebung

Gut zu wissen: Dunbar ist zwar gastfreundlich, aber die Küstenregion East Lothian hat strikte Regeln für das Übernachten außerhalb offizieller Plätze. Plane also lieber im Voraus!

KategorieTipp & LocationDetails
Bester StellplatzBelhaven Bay Caravan ParkTop-Lage am John Muir Country Park. Strandnah, moderne Sanitäranlagen & Ver- und Entsorgung.
TagesparkenShore Road Car ParkIdeal für den Hafenbesuch. Große Buchten, aber Übernachtungsverbot (11 PM – 4 AM).
EntsorgungBelhaven Bay / A1Chemie-WC und Grauwasser meist nur für Gäste oder gegen Gebühr an großen Plätzen.
Insider-RouteKüstenstraße A1087Nimm diese Abfahrt von der A1 für den besten Panoramablick auf die Bucht bei der Ankunft.

Wichtige Tipps für deinen Aufenthalt

  • ⚠️ Achtung Schilder: Achtet penibel auf die „No Overnight Parking“-Schilder an der Küste. Die Ranger in East Lothian sind 2026 recht aktiv.
  • 🌊 Gezeiten-Check: Wenn ihr an der Belhaven Bay parkt, schaut euch die berühmte „Bridge to Nowhere“ an. Bei Flut steht sie mitten im Wasser – ein genialer Fotospot!
  • 🛒 Vorräte: In Dunbar gibt es einen großen ASDA direkt an der A1-Abfahrt, ideal um den Kühlschrank vor der Weiterreise Richtung Norden aufzufüllen.

Unser Fazit: Ein Ort fürs Herz

Wir sind gemütlich durch die High Street geschlendert, haben die salzige Meeresluft tief eingeatmet und uns gefragt, warum wir nicht schon früher hierher kamen. Die Kombination aus historischem Flair, rauem Küstencharme und diesem besonderen Licht ist unschlagbar.

Liebe Kathryn, falls du das liest: Danke für diesen Tipp! Dunbar hat unser Herz im Sturm (oder eher im sanften Ostküstenwind) erobert.

Und jetzt Butter bei die Fische (oder in den Creel): Hast du auch diesen einen Geheimtipp in Schottland, den du eigentlich gar nicht verraten willst? Warst du schon mal am Bass Rock und hast das „Naturwunder“ mit eigenen Augen (oder der Nase) erlebt? Schreib uns deine liebsten Küstenorte in die Kommentare – wir sind gespannt auf deine Geschichten!


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